12.03.2006 - "In der Furche gehen" bei Hütehunden
 Dieses Foto gibt mir Gelegenheit, meine Theorie über diese Verhaltensweise der Hütehunde zu erläutern. Für den Schäfer bedeutet "in der Furche gehen" das An- und Aufnehmen von Vegetations- oder Topographiegegebenen Geländegrenzen und das zielstrebige Ablaufen derselben durch den Hütehund, um dem Hütevieh (also Schafen etc.) das Überschreiten dieser Grenzen zu verwehren. - Soviel zur Definition - aber woher kommt dieses Verhalten ? Ist es antrainiert, angeboren, zufällig gelernt, in den Erbanlagen verankert - welches Wolfserbe steckt vielleicht dahinter ? Der Wolf durchstreift sein Revier im Rudel auf festen Bahnen und keinesfalls auf's Geradewohl - dabei sind ihm Geländemarkierungen (markante Bäume, Steine, Felsen, Erhebungen, Senken , Wald- oder Buschgrenzlinien) sehr wichtige Anhaltspunkte. Das Wolfsrevier durchziehen so regelrechte "Wanderwege", die sogenannten "Wolfspfade", die immer wieder zu Markierungszwecken an- und abgelaufen werden. Auch wenn die Caniden (Wolfsartigen) in erster Linie nasengesteuert agieren, so achten sie bei diesen Markierungs- oder auch den überlebensnotwendigen Jagdzügen auf natürliche Grenzen und leicht gangbares Gelände. - Der Fachmann nennt das Phänomen auch "Randläufigkeit". (Wir Menschen tun das im Übrigen ganz genauso, wenn wir ... barfuss laufen.) Dieses Verhalten, ausgetretene Pfade zu nutzen, Vegetationsgrenzen zu akzeptieren, der evtl. notwendig werdenden Deckung nahe zu sein, haben unsere Hunde von ihrem Vorfahren geerbt, es steckt in ihnen allen. Unser Garten wird zu allen Jahreszeiten von diesen Hundepfaden regelrecht durchzogen; dabei ist interessant - und ich werde versuchen, das auch während des Sommers zu dokumentieren - daß die Tiere nicht immer unbedingt den kürzesten Weg von A nach B wählen, sondern durchaus den "gangbarsten" wählen.
Die genauen Kriterien dafür, sind mir noch unklar. (Einen dieser Pfade wollen wir, weil er eine sehr harmonische Biegung aus dem Wald kommend macht, im Frühjahr pflastern - er soll zum Menschenpfad für meine stark gehbehinderte Mutter werden.)
Ich finde, die "Gewohnheit", SO und nicht ANDERS zu laufen, kommt auf dem Foto gut heraus - neben den ausgertretenen "Furchen" sieht man kaum Spuren, das wäre ja auch unökonomisch, denn die Furche bietet das beste "Geläuf".
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